Der Krieg · Otto Dix

Werk Nº 22

Otto Dix · 1929-1932 · Albertinum, Galerie Neue Meister, Dresden

Editio Prima

Drei Jahre lang malte Dix die Stille nach dem Krieg. 1937 hängte man es in die Schandausstellung."

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Anmerkung der Galerie

die Galerie schreibt:

Dresden, 1929-1932. Otto Dix vollendet ein Triptychon: vier Tafeln, die den Ersten Weltkrieg in vier Akten zeigen. Aufmarsch (linke Tafel) — Soldaten im Morgendunst, mit Stahlhelmen und aufgepflanzten Bajonetten, im Nebel des frühen Tages. Schlacht (Mitte) — explodierte Maschinen, halbverwester Boden, zerrissene Körper, Tote und noch Lebende. Heimkehr (rechte Tafel) — Dix selbst trägt einen Kameraden aus dem Graben. Und unten, in der Predella: die Toten, eingeklemmt zwischen Brettern, halbverdeckt.

Otto Dix war 22, als der Krieg begann. Er meldete sich freiwillig, als Maschinengewehrschütze. Vier Jahre an der Front: Champagne, Somme, die Karpaten. Er kam zurück, mit lebenslangen Albträumen. Ich musste das alles aus mir herausmalen, schrieb er später. Sonst hätte ich es nicht ausgehalten.

Das Triptychon nimmt die altdeutsche Tafelmalerei der Cranachs und Holbeins als Form — und packt den Schützengraben hinein. Sakraler Rahmen für das Profanste. Es ist kein Antikriegs-Pamphlet im modernen Sinn. Es ist eine religiöse Komposition, in der der Mensch fehlt — nur seine Reste.

1937 wird das Werk als entartet beschlagnahmt und in die Münchner Wanderausstellung Entartete Kunst aufgenommen. Drei Millionen Menschen sehen die Ausstellung. Dix wird aus seiner Lehrtätigkeit in Dresden entlassen, seine Werke werden aus den Museen entfernt. Er emigriert nicht — er zieht sich ans Bodenseeufer zurück, malt unverdächtige Landschaften, überlebt.

Die Galerie Neue Meister Dresden bekommt das Triptychon 1968 zurück. Es hängt heute im Albertinum.

Abbildung: Otto Dix, Der Krieg (Triptychon), 1929-1932, Albertinum Dresden · © VG Bild-Kunst Bonn · Zitat nach §51 UrhG (inhaltliche Auseinandersetzung).

Was die Galerie bemerkt

Die fünf Pointen

  1. I.

    Dresden, 1929-1932. Otto Dix arbeitet drei Jahre an einem Triptychon: vier Tafeln, die den Ersten Weltkrieg in vier Akten zeigen. Aufmarsch, Schlacht, Heimkehr — und eine Predella mit den Toten.

  2. II.

    Dix war selbst Soldat. Vier Jahre an der Front, vom Mai 1915 bis zum Waffenstillstand. Als Maschinengewehrschütze. Er hat alles gesehen, was er malt.

  3. III.

    Die Bildform ist nicht Zufall. Dix nimmt die altdeutsche Tafelmalerei der Cranachs und Holbeins — und packt den Schützengraben hinein. Sakraler Rahmen für das Profanste.

  4. IV.

    1937 wird das Werk als entartet beschlagnahmt. Es hängt in München in der Schandausstellung Entartete Kunst. Drei Millionen Menschen sehen Dix' Triptychon dort.

  5. V.

    Die Galerie Neue Meister Dresden bekommt es 1968 zurück. Es hängt heute im Albertinum — als zentrales Werk der deutschen Anti-Kriegsmalerei.

Editorial-Eintrag

Nicht als Druck erhältlich

Dieses Werk ist als Editorial-Eintrag der Galerie dokumentiert. Ein Druck ist aufgrund urheberrechtlicher Schranken nicht erhältlich.

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