Hans Holbein
Oskar Bätschmann · Pascal Griener · C.H. Beck
Das Standardwerk zum Maler, der den Tod direkt vor unseren Augen versteckte.
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Franz von Stuck · 1890 · National Gallery, Sofia
Editio Prima
„Zwei Augen in der Dunkelheit. Eine ganze Regierung sollte sie nicht sehen."
Die Galerie öffnet
Anmerkung der Galerie
die Galerie schreibt:
Stuck war Müllersohn aus Niederbayern. Mit sechs zeichnete er Karikaturen für die Nachbarn. Mit sechsundzwanzig gewann er die Goldmedaille des Münchner Glaspalasts. Mit dreißig hängte er eine nackte Frau mit einer Schlange als Altarbild in sein eigenes Atelier.
Sein Luzifer entstand 1890. Ein Jahr nach dem Wächter des Paradieses. Erst der Engel im Licht, dann der Gefallene im Dunkel. Wie eine Tür, die aufgestoßen wurde und durch die jemand hindurchgegangen ist.
Was die Zeitgenossen am Bild verstörte, war nicht der Teufel. Es waren die Augen. Sie sind nicht böse. Sie sind traurig. Ein Kritiker schrieb, was Luzifer ausstrahle, sei Neid auf den Himmel. Und dieser Neid nähre die Feuer der Hölle, in der er nun leben muss.
Das Bild hängt heute in Sofia. Hinter Glas. Die Augen sind noch da. Sie blinzeln nicht.
Was die Galerie bemerkt
Die Minister von Fürst Ferdinand bekreuzigten sich. Jedes Mal, wenn sie an dem Bild vorbeigingen. Jedes Mal.
Ein Jahr nach dem Wächter des Paradieses malte Stuck den Luzifer. Erst der Engel im Licht. Dann der Gefallene im Dunkel. Als hätte er eine Tür aufgestoßen und wäre hindurchgegangen.
Kandinsky, Klee, Albers, de Chirico. Die Väter der Moderne saßen im Klassenzimmer eines Mannes, der den Teufel malte.
Was Zeitgenossen am Bild verstörte, war nicht das Böse in den Augen. Es war die Trauer. Der Neid auf den verlorenen Himmel, der die Feuer der Hölle nährt.
Hitler sammelte ihn. Görings Carinhall stellte seine Bronzen aus. Der Mann, der den Teufel so menschlich malte, wurde vom dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte vereinnahmt.
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