
Goya · Vom Himmel durch die Welt zur Hölle
Stefan Fischer · Taschen
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Werk Nº 29
Francisco de Goya · 1814 · Museo del Prado, Madrid
Editio Prima
„Die Stigmata in den Händen des Mannes in Weiß. Sie sind da seit 1814. In über 200 Jahren hat sich kaum jemand gefragt, warum."
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Anmerkung der Galerie
die Galerie schreibt:
Arles, September 1888. Vincent van Gogh ist seit Februar in der Provence — er war aus Paris geflohen, suchte das Licht des Südens. Auf der Place du Forum, vor dem Café von Madame Astier, baut er seine Staffelei auf. Es ist Nacht. Die Caféterrasse leuchtet gelb-warm unter Gaslaternen. Darüber: ein Nachthimmel in Königsblau, gefüllt mit Sternen, die wirbelnde Lichthöfe haben.
Van Gogh schreibt an seinen Bruder Theo Anfang September: Ich habe es genossen, die Nacht direkt vor Ort zu malen. Es ist eine Nacht ohne Schwarz. Nichts als schönes Blau, Violett und Grün, und in dieser Umgebung wird der erleuchtete Platz von blassem Schwefel-Gelbgrün gefärbt. Es amüsiert mich enorm, die Dinge direkt nachts an Ort und Stelle zu malen.
Das ist sein Manifest. Im 19. Jahrhundert ist Plein-Air-Malerei tagsüber etablierte Praxis — Monet, Pissarro, Sisley arbeiteten alle in freier Natur. Aber nachts malen, am Ort, ohne Lampe? Das macht niemand. Van Gogh stellt seine Staffelei auf, befestigt Kerzen am Hutrand, damit er die Palette sehen kann.
Die Sternennacht — die berühmte, von Saint-Rémy — entsteht erst neun Monate später. Aber die Sprache der wirbelnden Sterne, das gelb-warme Licht gegen den blauen Himmel, die Energie der Strichführung: alles ist hier schon da. Café-Terrasse am Abend ist die erste Sternennacht. Sie hängt heute in Otterlo, ein paar Kilometer von der deutschen Grenze entfernt.
Acht Wochen nach diesem Bild kommt Paul Gauguin nach Arles. Van Gogh hatte ihn lange eingeladen, von einem geplanten gemeinsamen Atelier geträumt — der Süden als Mekka der Maler. Die ersten Wochen sind euphorisch. Dann eskalieren die Streitigkeiten. Am 23. Dezember 1888 schneidet sich Van Gogh nach einem Streit das linke Ohr ab. Gauguin reist ab. Van Gogh kommt in die psychiatrische Anstalt.
Helene Kröller-Müller, niederländische Sammlerin und eine der ersten großen Frauen im Kunstmarkt, kauft das Werk 1903. Sie sammelt über 90 Van-Gogh-Werke. 1938 schenkt sie ihre Sammlung dem niederländischen Staat — mit der Bedingung, dass ein eigenes Museum gebaut wird. Heute hängt das Café in einem flachen Backsteinbau im Wald von Otterlo, ein paar hundert Meter vom Eingang entfernt.
Wer das Bild von Nahem sieht, erkennt: Die Sterne sind nicht gemalt. Sie sind aus der Tube direkt auf die Leinwand gedrückt, mit Spachtel oder Finger. Sie ragen drei Millimeter aus der Fläche heraus. Auch nach hundertfünfunddreißig Jahren — der Nachthimmel ist physisch.
Abbildung: Vincent van Gogh, Terrasse des Cafés an der Place du Forum in Arles am Abend (Café-Terrasse am Abend), 1888, Kröller-Müller Museum, Otterlo · gemeinfrei (Van Gogh † 1890).
Was die Galerie bemerkt
Arles, Place du Forum, September 1888. Vincent van Gogh stellt seine Staffelei nachts auf die Straße. Gaslaternen statt Studio-Licht. Sterne als Vorlage. Er malt direkt vor Ort, ohne Skizze, ohne schwarze Farbe — der Nachthimmel entsteht aus Königsblau, Kobalt und Veridian.
Van Gogh schreibt an seinen Bruder Theo: Es ist eine Nacht ohne Schwarz. Nichts als schönes Blau, Violett und Grün, und in dieser Umgebung wird der erleuchtete Platz von blassem Schwefel-Gelbgrün gefärbt. Das ist sein Manifest.
Die Sternennacht — sechs Monate vor der berühmten Saint-Rémy-Version — entsteht hier. Die wirbelnden Lichthöfe um die Sterne, das gelb-warme Gaslaternen-Licht: Van Gogh entdeckt seine Sprache.
Acht Wochen nach diesem Bild kommt Paul Gauguin nach Arles. Aus dem geplanten gemeinsamen Atelier wird ein Albtraum. Drei Monate später schneidet sich Van Gogh das Ohr ab.
1903 kauft Helene Kröller-Müller das Werk. Heute hängt es in einem Museum, das sie selbst gründete — eines der wenigen Van-Gogh-Bilder, das nie an einen Sammler weitergegeben wurde.
Im Raum



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