
Liebe, Tod und Teufel · Die schwarze Romantik
Mario Praz · Carl Hanser
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Werk Nº 27
Eduard von Grützner · ca. 1890 · ehemals Sammlung Linz (Inv. 2344) · Verbleib seit 1945 ungeklärt
Editio Prima
„Die furchterregendste Darstellung des Bösen — und sie zeigt keinen Teufel. Sondern einen Schauspieler in Maske."
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Anmerkung der Galerie
die Galerie schreibt:
München, ca. 1890. In einer Münchner Bohème-Werkstatt malt Eduard von Grützner einen Schauspieler in voller Mephisto-Maske. Schwarzer Umhang, gespitzter Bart, das Gesicht im Halbschatten. Der Akteur sitzt — er steht nicht in pathetischer Pose. Er wartet auf seinen Auftritt. Hinter den Kulissen.
Grützner, geboren 1846 in Großkarlowitz/Schlesien, kam 1864 nach München an die Akademie, wurde Schüler des Historienmalers Karl von Piloty. Er etablierte sich rasch als einer der erfolgreichsten Genre-Maler der Münchner Schule — neben Lenbach, Spitzweg, Defregger. Sein Repertoire: Mönche beim Wein, Schauspieler hinter der Bühne, Falstaff-Szenen aus Shakespeare, immer wieder Mephisto-Darstellungen aus Goethes Faust.
Das Bild zeigt das Böse nicht als Wesen, sondern als Beruf. Der Schauspieler ist nicht dämonisch — er ist erschöpft, konzentriert, vor seiner Verwandlung. Die furchterregendste Darstellung des Bösen ist die, in der das Böse aussetzt: ein müder Mann zwischen zwei Auftritten.
Das Werk gelangte später in die geplante Sammlung Linz — Adolf Hitlers Projekt eines Führermuseums in seiner Heimatstadt. Inventarnummer 2344. Hitler sammelte Grützner über Jahrzehnte; mindestens zweiundzwanzig seiner Werke befanden sich in der Linz-Sammlung. Die Sammlung wurde 1945 vom Münchner Central Collecting Point der amerikanischen Besatzungsmacht erfasst. Werke gingen zurück an Erben, in deutsche Museen, in Vergessenheit. Dieser Mephisto: Verbleib seit 1945 ungeklärt.
Was bleibt, ist eine Reproduktion. Eine Aufnahme der furchterregendsten Darstellung des Bösen — die in Wahrheit ein Schauspieler ist, der noch nicht weiß, dass er gleich verschwinden wird.
Abbildung: Eduard von Grützner, Hinter den Kulissen (Mephisto), ca. 1890, ehemals Sammlung Linz, Inv. 2344 · gemeinfrei (Grützner † 1925).
Was die Galerie bemerkt
München, ca. 1890. Eduard von Grützner, Schüler von Karl von Piloty an der Münchner Akademie, malt eines seiner Mephisto-Bilder. Aber dieser Teufel ist kein Teufel. Es ist ein Schauspieler in der Maske.
Hinter den Kulissen einer Faust-Aufführung. Der Akteur hat sich gerade geschminkt, blickt vor sich auf den Boden. Die Pose ist nicht dämonisch, sondern müde. Das Böse als Beruf.
Grützner war einer der erfolgreichsten Münchner Genre-Maler seiner Zeit. Er liebte die Hinterbühne der Bohème — Mönche beim Wein, Schauspieler in der Maske, das Theater im Theater.
Das Werk gelangte später in die Sammlung Linz — Adolf Hitlers geplantes Führermuseum. Inventarnummer 2344. Hitler sammelte Grützner intensiv, mehr als zwanzig seiner Werke.
1945 wird die Sammlung in den Münchner Central Collecting Point gebracht. Vieles ging zurück an Erben oder in deutsche Museen. Dieser Mephisto: Verbleib ungeklärt.
Im Raum



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