Berliner Straßenszene · Ernst Ludwig Kirchner

Werk Nº 19

Ernst Ludwig Kirchner · 1913-1914 · Brücke-Museum, Berlin

Editio Prima

Hitler nahm es weg. Walter Glaser wurde gezwungen zu verkaufen. 2006 holten seine Erben es zurück."

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Anmerkung der Galerie

die Galerie schreibt:

Berlin, 1913. Ernst Ludwig Kirchner malt die Friedrichstraße. Frauen mit großen Hüten, gelbgrünes Gaslicht, hektische Bewegung. Es ist eine von elf Berliner Straßenszenen, die zwischen 1913 und 1915 entstehen — Kirchners Auseinandersetzung mit der elektrischen Großstadt am Vorabend des Krieges.

Walter Glaser, jüdischer Sammler in Berlin, kauft das Werk 1936. Zwei Jahre später zwingen ihn die Nationalsozialisten zum Verkauf weit unter Wert, bevor er emigrieren kann. 1937 wird Kirchner als entartet diffamiert. 639 seiner Werke werden aus deutschen Museen entfernt. Im Sommer 1938 nimmt sich Kirchner in seinem Haus oberhalb Davos das Leben.

Das Bild wandert durch Schweizer und amerikanische Sammler. 2006 verlangen Glasers Erben Restitution vom Museum of Modern Art. Nach einem Vergleich wird das Werk versteigert. Ein anonymer Käufer zahlt 38,1 Millionen Dollar.

Die Restitution gilt als Modellfall. Was hier hängt, ist die Variante von 1913-1914 aus dem Brücke-Museum Berlin — eine von elf, das einzige Exemplar in deutschem öffentlichen Besitz.

Was die Galerie bemerkt

Die fünf Pointen

  1. I.

    Berlin, 1913. Ernst Ludwig Kirchner malt elf Berliner Straßenszenen zwischen Friedrichstraße und Potsdamer Platz. Die Stadt zeigt sich als nervöses, fiebriges Lebewesen.

  2. II.

    Walter Glaser, jüdischer Sammler in Berlin, kauft das Werk 1936. Zwei Jahre später wird er von den Nazis zum Notverkauf weit unter Wert gezwungen, bevor er emigriert.

  3. III.

    Kirchner wird 1937 als entarteter Künstler diffamiert. 639 seiner Werke werden aus deutschen Museen entfernt. Er nimmt sich 1938 in der Schweiz das Leben.

  4. IV.

    Das Bild wandert durch Schweizer und amerikanische Sammler. 2006 verlangen Glasers Erben Restitution vom MoMA. Nach Vergleich wird es versteigert.

  5. V.

    38,1 Millionen Dollar zahlt ein anonymer Käufer. Höchster Preis für ein deutsches expressionistisches Gemälde bis dahin — und ein Modellfall der Restitutionsgeschichte.

Im Raum

So lebt das Werk

Berliner Straßenszene · auf dem Studientisch
Auf dem Studientisch
Berliner Straßenszene · im Lesezimmer
Im Lesezimmer
Berliner Straßenszene · in der Galerie-Installation
In der Galerie

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