Tierschicksale · Franz Marc

Werk Nº 39

Franz Marc · 1913 · Kunstmuseum Basel

Editio Prima

Er malte einen berstenden Wald und schrieb auf die Rückseite: Und alles Sein ist flammend Leid. Ein Jahr später begann der Krieg."

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Anmerkung der Galerie

die Galerie schreibt:

Tierschicksale ist fast zwei Meter hoch und über zweieinhalb Meter breit. Marc hat es im Herbst 1913 in Sindelsdorf gemalt, in dem Jahr, in dem seine Bilder aufhörten, Tiere zu zeigen, und anfingen, Kräfte zu zeigen.

Die Formen sind noch da — ein Reh, Eber, Rehkitze — aber sie werden von Diagonalen zerschnitten, die durch das ganze Bild laufen. Was in den früheren Bildern Landschaft war, ist hier ein Splitterfeld.

Den Titel gab nicht Marc, sondern sein Freund Paul Klee. Marc selbst nannte es auf der Rückseite anders: Die Bäume zeigten ihre Ringe, die Tiere ihre Adern.

1916, im Jahr von Marcs Tod, wurde das Bild bei einem Lagerbrand beschädigt. Ausgerechnet Klee hat die zerstörte rechte Partie später übermalt. Was heute in Basel hängt, ist an einer Stelle nicht mehr ganz von Marc — und diese Stelle ist die, an der das Feuer war.

Was die Galerie bemerkt

Die fünf Pointen

  1. I.

    Marc glaubte an Tiere als die reineren Wesen und malte eine Welt fast ohne Menschen — bis er 1913 ein Bild malte, das davon nichts übrig lässt.

  2. II.

    Auf die Rückseite schrieb er: Und alles Sein ist flammend Leid.

  3. III.

    Im Schützengraben erreichte ihn eine Postkarte mit der Reproduktion seines eigenen Bildes. Er nannte es eine Vorahnung dieses Krieges.

  4. IV.

    Deutschland holte seine wichtigsten Künstler von der Front zurück. Marc stand auf der Liste, der Befehl kam einen Tag zu spät.

  5. V.

    Am 4. März 1916 traf ihn bei Verdun ein Granatsplitter. Er war sofort tot, sechsunddreißig Jahre alt.

Editorial-Eintrag

Nicht als Druck erhältlich

Dieses Werk ist als Editorial-Eintrag der Galerie dokumentiert. Ein Druck ist aufgrund urheberrechtlicher Schranken nicht erhältlich.

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