
Liebe, Tod und Teufel · Die schwarze Romantik
Mario Praz · Carl Hanser
Goya, Blake, Symbolisten, Decadence. Das Standardwerk zur Dunkelheit zwischen 1780 und 1900.
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Ludwik Stasiak · um 1900 · Nationalmuseum Krakau
Editio Prima
„Keine Hörner, kein Feuer. Ein junger Mann auf einem Thron aus Münzen, der lächelt — und dir eine hinhält."
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Anmerkung der Galerie
die Galerie schreibt:
Ludwik Stasiak kam aus Bochnia, studierte in Wien und München und kehrte in ein Land zurück, das seit über hundert Jahren zwischen drei Reichen aufgeteilt war. Er gründete einen eigenen Verlag und schrieb über die Kunstgeschichte seiner Heimat.
Die Allegorie des Satans ist zweihundert mal hundertfünfundvierzig Zentimeter groß — kein Kabinettstück, sondern ein Bild, das einen Raum beherrschen soll. Es entstand in dem Jahrzehnt, in dem Faust überall in Europa neu gelesen wurde.
Was es von den vielen Teufelsbildern seiner Zeit trennt, ist der Verzicht auf Schrecken. Stasiak malt keine Versuchung, der man widerstehen könnte. Er malt ein Angebot, das vernünftig aussieht.
Die Krone auf seinem Kopf ist bei genauem Hinsehen aus Papier.
Was die Galerie bemerkt
Stasiak malt das Böse ohne Hörner: als gut gekleideten jungen Mann, der lächelt und gefällt.
Der Thron besteht aus Münzen, die Flügel im Rücken sind Fledermausflügel — beiläufig gemalt, leicht zu übersehen.
Er sitzt an der Stelle, die in tausend Jahren Malerei Gott gehörte, in Rot und Purpur.
Der weiße Haufen zu seinen Füßen ist ein Schädelhaufen. Die Münzspur läuft von unten nach oben — die Toten sind keine Opfer, sondern Kundschaft.
Um 1900 tritt Mammon an Gottes Stelle. Nach diesem Bild wurde Stasiak als Maler still.
Editorial-Eintrag
Dieses Werk ist als Editorial-Eintrag der Galerie dokumentiert. Ein Druck ist aufgrund urheberrechtlicher Schranken nicht erhältlich.
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